Sie sind Christen, Muslime und Jesiden. Manche von ihnen sind mittlerweile Deutsche, andere sind erst vor kurzem hierher geflohen. Doch egal ob Berater/-in, Lehrer/-in, Ehrenamtliche oder Geflüchtete: Das Zuckerfest feiern alle gemeinsam mit der Katholischen Flüchtlingshilfe Bergedorf in der Edith-Stein Kirche.

Gefüllte Weinblätter, Reis mit Safran und Rosinen, Rinder-Frikadellen und Nudelsalat: So vielfältig wie die Speisen auf dem Tisch sind auch die Menschen beim Eid al-Fitr (dem Fest des Fastenbrechens) der Katholischen Flüchtlingshilfe Bergedorf.

Sie kommen aus Afghanistan, Ghana, dem Irak, dem Iran, Libyen und aus Syrien. Die Menschen, die zu uns kommen, sind zwischen 19 und 70 Jahre alt, die meisten von ihnen sind Muslime, ein paar Jesiden und Christen sind ebenfalls zu finden. Doch egal wie viele Unterschiede es zwischen den Menschen gibt, sie alle teilen die gleiche Geschichte: Sie sind aus ihren Heimatländern nach Deutschland geflohen – alleine oder mit der Familie. Und sie feiern gemeinsam das Zuckerfest, das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan.

Frau N. beißt genüsslich in ihre noch heiße Frikadelle. Grillduft und Rauch liegen in der Luft des Innenhofes der Katholischen KiTa Edith-Stein. Frau N. ist mit ihren drei Töchtern vor einem Jahr nach Deutschland gekommen und hat sich damals, als ihre letzte Tochter zur Welt kam, direkt an die Katholische Flüchtlingshilfe gewendet. Nachdem sie vor Ort die Hebamme und die Sozialpädagoginnen der Schwangeren-Beratung kennenlernte, erfuhr sie, dass eine Pädagogin auch bei der Aufklärung über das Kita-System in Hamburg helfen kann. Sie besuchte den Deutschkurs, der in der Gemeinde kostenlos stattfindet, drei Tage die Woche und freute sich, dass ihre Kinder in dieser Zeit dort auch betreut werden können. Ihre Töchter können jetzt den Kita-Alltag erleben so lange sie noch auf der Warteliste von einigen Kitas sind. Ab und zu besuchen sie die Eltern-Kind-Spielgruppe.

Als Frau N. ihre Frikadelle aufgegessen hat  gibt sie ihren großen Töchtern zwei gegrillte Lammbratwürsten. Während ihre Töchter weiter mit den anderen Kindern toben gehen, erzählt die Mama wie schön es ist, hier feiern zu dürfen. Frau N. hatte nämlich, wenig Kontakt mit Menschen außerhalb ihrer Wohnunterkunft und ist glücklich, dass sie den Fest nicht allein verbringen muss. An dem Tag ist uns klargeworden ist, dass beim Zuckerfest-Grillen der höfliche Umgang aller Familien miteinander deutlich. Während die einen bei der Vorbereitung der Salate geholfen haben, kümmern sich die anderen später um den Grill. Jede Person wird persönlich begrüßt. Für die Ehrenamtlichen sind die Familien, die regelmäßig an den Angeboten teilnehmen, inzwischen eine eingeschworene Gemeinschaft und vertraute Freunde geworden. Nun wird der Grill weggeräumt, die Stühle aufeinandergestellt, was übriggeblieben ist wird mitgenommen und schon ist das Fest vorbei!

Text: Chloé Raymond-Gaude

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