Am 21.08.2020 fand der Workshop mit Maryam Din und Christian Szillat für Sprachmittler*innen von Kita-Einstieg statt.

Der erste Präsenzworkshop seit Beginn der Pandemie fand zwar unter strengen Auflagen statt, dennoch haben es die beiden Referent*innen Maryam Din und Christian Szillat geschafft, uns einen Einblick in das spannende Thema zu geben. Das Miteinander und der Austausch in den drei Stunden war sehr wertschätzend und sensibel. Alles fand in einem geschützten Rahmen statt, in dem Keine*r sich mitteilen musste, aber konnte. Der halbe Tag verlief arbeitsintensiv aber auch humorvoll. Wir wurden auf eine Zeitreise in unsere frühe Kindheit mitgenommen und konnten unsere Erinnerungen an damals teilen.

Die psychosexuelle Entwicklung von Kindern war Inhalt des Inputs der beiden Referent*innen. Je nach Alter gibt es unterschiedliche Phasen in denen Kinder ihren Körper entdecken. Maryam Din und Christian Szillat sprechen davon, dass Kinder sich „ein schönes Gefühl machen. Gleich, wie wenn sie sich am Arm streicheln.“ Kindliche Sexualität ist grundlegend verschieden zu erwachsener Sexualität:

         „Erwachsene Sexualität zeichnet sich vor allem durch genitale Sexualität, Lust, Erotik, Begehren und Befriedigung aus, während sich kindliche Sexualität insbesondere im neugierigen, spielerischen Erforschen des eigenen Körpers und der Umwelt ausdrückt. Dabei erlebt das Kind seinen Körper ganzheitlich und ist auf sich selbst bezogen. Es geht darum, sich viele schöne, wohlige Gefühle zu machen.“ (pro familia Landesverband Bremen)

In den Hamburger Bildungsempfehlungen ist enthalten, dass „Körper- und Sexualitätsentwicklung sensibel [zu] begleiten [ist]“. So gehören „Sexuelle Neugierde […] zu einer gesunden physischen und psychischen Entwicklung – genauso wie das Genießen von Lustgefühlen am eigenen Körper. Das Element der Selbstbestimmung ist dabei wesentlich.“ (S. 55)

Das Fachwissen psychosexueller Entwicklung von Kindern wird mitunter als entscheidend angesehen. Um Gespräche zu kindlicher Sexualität gut dolmetschen zu können, ist es wichtig, dass auch Sprachmittler*innen ein Hintergrundwissen darüber haben.

Die Veranstaltung kam bei allen Teilnehmenden sehr gut an, sodass wir eine Fortsetzung planen!

 

Quellen:

pro familia Landesverband Bremen: Standpunkt kindliche Sexualität

Hamburger Bildungsempfehlungen