Malwerkstatt für Flüchtlingskinder

Wann?

Dienstags, 12:00 – 14:00 Uhr

Die Malwerkstatt ist ein offener und geschützter Ort für Kinder, in dem sie ihre Ideen verwirklichen und ihren Gefühlen Ausdruck geben können

Die Augen leuchten – ein Lächeln und ein Wort: „Farben“, sagt Aisha. Aisha freut sich, als sie mit Maria die große Kiste von der Malwerkstatt in der Flüchtlingsunterkunft öffnet. Darin tauchen bunte Farben zum Malen und Zeichnen, Pinsel und Schwämme für die Künstler- und Aquarellfarben auf. Das Atelier der Malwerkstatt ist bereits vorbereitet: Das weiße Papier wartet auf die Ideen der Kinder, auf dem Boden, den Tischen und der Malwand werden die Bilder entstehen.

In der Mitte des Raumes steht der große Farbpalettentisch, wie im Atelier von Arno Stern in Paris. Siebzehn Gläser mit Guache-Farben sind in den Palettentisch eingelassen und neben jeder Farbe liegt ein Pinsel für die Kinder bereit.
Die Malwerkstatt mit Maria und Steffen vom Kinderkompass beginnt. Aisha und Bassam ziehen ihre bunten Malkittel an und zeigen den anderen zwölf Kindern wie das geht. Gemeinsam singen die Kinder mit Maria und Steffen das Begrüßungslied und alle stellen sich mit ihrem Namen vor. Alle nehmen sich und die Anderen wahr.

Maria und Steffen sind PädagogInnen und Kita-KulturlotsInnen, die die Kinder in ihrer Selbstwirksamkeit und Selbstregulation unterstützen. Die Malwerkstatt ist ein Ort des Ankommens, des Willkommenseins, der inneren Ruhe und Konzentration, der Ideen, der Entfaltung und des Erlebens.

Die PädagogInnen nehmen die Impulse der Kinder für eine gelingende Kommunikation und Interaktion auf und setzen selbst Impulse, die die Kinder aufnehmen und mit den PädagogInnen weiterentwickeln. Sprachliche, körperliche und kulturelle Barrieren werden beispielsweise mit gebärdenunterstützter Kommunikation überwunden. Leitgedanken der PädagogInnen in der Malwerkstatt sind Feinfühligkeit, kultursensible Interaktion und die Orientierung am Kind und den Sorgeberechtigten.
Die Malwerkstatt ist ein niedrigschwelliger Mosaikstein der frühkindlichen Bildung, Erziehung und Betreuung in einer Flüchtlingsunterkunft, den die Kinder und deren Eltern kennenlernen. Die Sorgeberechtigten der Flüchtlingskinder haben meist einen hohen Informations- und Beratungsbedarf im Hinblick auf die Angebote und das System der Kindertagesbetreuung sowie im Hinblick auf konkrete Hilfen der Früherkennung und Frühförderung.

Durch die Methode der heilpädagogischen Beobachtung und einen Entwicklungspsychologischen Test (ET 6-6 R) werden etwaige Entwicklungsverzögerungen von Flüchtlingskindern dokumentiert, so dass in Zusammenarbeit mit den Eltern und den behandelnden Kinderärzten der Weg zu „Ambulanten Heilpädagogischen Leistungen“ bzw. der „Interdisziplinären Früherkennung und Frühförderung“ oder der „Eingliederungshilfe“ in Inklusions-Kindertageseinrichtungen eröffnet wird.