Persönliche Beratung und Hilfestellung im Stadtteil Farmsen-Berne

Ein Kita-Kulturlotse etabliert sich im Stadtteil Farmsen-Berne

Mein Name ist Nils Zemella und ich habe die Aufgabe des Kita-Kulturlotsen zum Ende des letzten Jahres übernommen. Der Stadtteil, in dem ich tätig bin, ist das im Zentrum des Bezirks Wandsbek liegende Farmsen-Berne. Als ich das erste Mal vom Bundesprogramm „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ hörte, hatte ich großes Interesse, ein Teil dieses äußerst ambitionierten Vorhabens zu werden. Es ist von immenser Bedeutung, dass alle Kinder mit annähernd gleichen Voraussetzungen ihren Start in das schulische Bildungssystem erleben und eine frühe Teilnahme an der Kindertagesbetreuung kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Kinder auf dieses System vorzubereiten. Wenn wir jetzt dafür sorgen, dass Kinder ihren Platz in einer Kita in Anspruch nehmen, bilden wir in der Gegenwart einen Grundstein für ihre – und unsere – sozioökonomisch positive Zukunft.

Ich war mir früh der Verantwortung bewusst, die diese neue Aufgabe mit sich bringt und führte mir vor Augen, wie facettenreich meine Aktivitäten ausgeprägt sein werden. Die Fragen, die sich mir stellten, waren: Was sind die speziellen Charakteristika des Stadtteils, in dem ich arbeite? Welche Einrichtungen und Institutionen gibt es, die ich in meine Arbeit einbeziehen muss? Wie erreiche ich die Eltern und Kinder, die bislang noch nicht den Zugang zur Kindertagesbetreuung gesucht oder gefunden haben? Und letztendlich stellte sich auch die Frage, was ich dieser Zielgruppe konkret anbieten kann.

Das Kinderhaus Berner Heerweg, in der ich als Kitakulturlotse „verankert“ bin, liegt in der Umgebung von Folgeunterkünften für Geflüchtete und auch in der Nähe des Jugendamtes. Es war also naheliegend, an diesen Orten das Gespräch mit den Mitarbeitenden bzw. den Bewohnerinnen und Bewohnern zu suchen. Es wurden erste Kontakte geknüpft und es gelang mir, ein besseres Verständnis für die Situation im Stadtteil zu bekommen. Unter den BewohnerInnen mit Fluchterfahrungen konnte ich nahezu keine ablehnende Haltung zum System der Kindertagesbetreuung feststellen. Die Vorteile der Teilhabe ihrer Kinder am Kita-Alltag wurden von fast allen erkannt, und vor allem der Aspekt, dass ihre Kinder dort große Fortschritte im Erlernen der deutschen Sprache machen, hat hier einen besonders hohen Stellenwert. Es scheinen überwiegend die bürokratischen und organisatorischen Faktoren des Antragsverfahrens und der Kitaplatzsuche zu sein, die den Eltern große Sorgen bereiten. Persönliche Beratungen, Hilfestellung in verfahrenstechnischen Fragen und ggf. sogar eine Begleitung bis zum Zeitpunkt der Eingewöhnungsphase ihrer Kinder – und manchmal sogar darüber hinaus – sind Angebote, die den Eltern ihren Weg erleichtern können. Hierbei gilt es oft, Sprachbarrieren zu überwinden und dafür alle verfügbaren Ressourcen bestmöglich zu nutzen.

In den letzten Monaten konnte ich – zusätzlich zum wachsenden Verständnis für die Sorgen und Bedürfnisse vieler Eltern meiner lokalen Zielgruppe – auch einen besseren Überblick über die behördliche und bildungsinstitutionelle Infrastruktur von Farmsen-Berne gewinnen. Hier sehe ich das größte Potential für den Erfolg des Bundesprogramms im Auf- und Ausbau eines regionalen Netzwerks, sowie in der Einbeziehung bereits existierender Netzwerke und in einer Evaluation der vorhandenen Situation. Letztendlich sollte dies einen entscheidenden Vorteil für alle Beteiligten generieren.

Es liegt noch ein weiter Weg mit großen Herausforderungen vor mir, aber die bereits erzielten kleinen Erfolge, die Unterstützung durch engagierte Kollegen und das Wissen, für eine gute Sache zu arbeiten, werden mich auch weiterhin motivieren.

Nils Zemella, SterniPark gGmbH